Startseite » Kultur-/wissenschaft » Bingen Swingt 2015. Das Resume eines Aliens
Bingen Swingt 2015. Das Resume eines Aliens

Bingen Swingt 2015. Das Resume eines Aliens

20 Jahre Bingen Swingt! Jeahh! Das muss ja extra toll werden!
Dachte ich.

Als ich schon von Weitem die Absperrungen zum Festivalgelände sah, merkte ich:
ja, es ist anders als sonst, anders abschreckend.

Ich weiß noch, wie vor einigen Jahren Schüler an den Kassen saßen und Bändchenkontrollen durchführten. Sympatisch einfach. Jetzt standen neben den Kontrolleuren in schwarz gekleidete Securitymänner. Das lies in mir die Frage aufkommen, ob es in den letzten Jahren zu so großen Ausschreitungen kam, dass es nötig war, solche Maßnahmen zu ergreifen?

Nun denn. Ich betrat das Gelände. Schon an der Kasse wurden mir skeptische Blicke zugeworfen. I´m an alien, I´m a little alien, I´m a green hair girl in Bingeeen. Dass ich seit einiger Zeit wieder mal grüne Haare habe, scheint für den größten Teil des Publikums viel zu ungewohnt gewesen zu sein. Bei einem gefühlten Altersdurchschnitt von 65 wurde ich auf Schritt und Tritt mit Blicken durchbohrt. Eine alte Dame zückte sogar ihren Fotoapperat und machte gaaaaanz unauffällig ein Foto.
OH MEIN GOTT! Ein junger Mensch mit bunten Haaren, der Jazz hört!

Dementsprechend wohl fühlte ich mich auf meiner Schlender-Tour.

Bändchen

Schon als Kind freute ich mich immer auf Bingen Swingt. Auf Sommer, Sonne und Jazz. Und auch dieses Jahr war die Musik nicht schlecht . Besonders toll: Die Band Hildegard lernt fliegen. Eine junge, unkontrollierte, abgefahrene, kreative Band aus der Schweiz, die man unbedingt mal live erlebt haben muss. Auch die SGG-Band lies viele mit dem Fuß wippen. Hier sang Lea Funk mit gewohnt kraftvoller Stimme, wohingegen die jüngste Sängerin auf der Bühne kaum zu hören war. Die Cubaner lösten das jährliche Hüftenschwingen aus und die Blue Onions sorgten auch für gute Laune. Der Hauptact Roger Cicero konnte mich nicht locken, und Jamin Tabatabai verpasste ich leider. Die Jamsesion war dieses Jahr einfach zu professionell und es fanden zu wenig Wechsel auf der Bühne statt.

Zudem kam mir zu Ohren, dass dieses Jahr sowohl Fotos als auch Ton- und Videoaufnahmen verboten wurden. Davon hatte ich gar nichts mitbekommen, aber ein kleines Erinnerungsfoto, finde ich, sollte immer drin sein. Und vor allem den Touristen das Fotografieren zu verbieten…heieiei…

Super dieses Jahr : Das Konzert von Batari vor dem Spektakel. Das Setting außerhalb des Festivalsgeländes lockte auch einige Jazzliebhaber und ließ diese headbangen und herum hibbeln.

Alles in Einem war ich dieses Jahr froh, dass ich mein Bändchen geschenkt bekommen hatte. Die Bändchen hätten zum 20. Jubiläum ruhig einmal aus Stoff sein können. Es fehlt die Jugend bei dem Festival. Und das liegt nicht am Musik-Genre. Ein vergünstigter Abend-Preis ab einer bestimmten Uhrzeit würde sicher auch noch einige locken. Schade, dass ich so viel zu beanstanden habe, bei einem Festival, in dem jede Menge Herzblut und ganz viel Potential steckt.

Wie fandet ihr Bingen swingt? Wart ihr jemals dort? Was schreckt euch ab? Was fehlt? Was ist gut?

Ich freue mich jetzt auf das Binger Open Air Festival!

eure Sinje

 

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*