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Osterlämmer, Aprilwetter und Hurtigruteneinöde

Osterlämmer, Aprilwetter und Hurtigruteneinöde

Moin!

Die letzten Wochen waren voller neuer Eindrücke, weswegen es mir schwer gefallen ist mich hinzusetzen um zu versuchen alles in einen Artikel zu packen. Daher habe ich es maximal lang vor mir her geschoben. Nun geht es heute Nachmittag aber auf die Lofoten, und danach wird schon wieder ein neuer Beitrag fällig sein, schätze ich. Also jetzt mal ran an die Buletten!

Der April hier im Norden an der Küste ist schrecklich. Weder bleibt der Schnee mal so richtig lange liegen, dass man sich damit abfinden kann, noch bleibt es mal am Stück länger trocken, noch weiß man, ob man nicht im nächsten Moment komplett nass geregnet, von Graupel erschlagen oder vom Sturm davongetragen wird. Die letzte Woche allerdings war komplett sonnig, das macht direkt mal 90% glücklicher.

Ich habe Besuch von meiner Kindergartenfreundin Anna bekommen und über Ostern haben Julia (macht auch gerade ihr Auslandssemester hier) und ich eine kleine Norwegentour gemacht. Davon soll der heutige Beitrag primär handeln.

Nach jedem Sturm kann man wunderliche Dinge am Strand entdecken. Neben Styroporkügelchen und Plastikschildern…

…gibt es auch BHs im Angebot. Dieser Strand befindet sich ca. 20 Minuten zu Fuß von meinem Studentenwohnheim. Mittlerweile hat der Sturm mir schon eine neue Decke, eine Mütze und einen Schal beschert.

Wenn man mal einen kreativen Schub hat, kann man auch Kunst aus dem Strandgut machen.

Ein bisschen mystisch ist es schon …wenn alles so grau und nass ist.

Meine erste Blume! Ich habe sie sehr zelebriert muss ich zugeben.

Während eines Spaziergangs mit meiner Freundin Anna, haben wir uns an diesen Ködeln orientiert. Welches Tier mag das wohl sein? 🙂

Man könnte fast meinen ich befinde mich auf den Kanaren!

Hier ist einer meiner Lieblingsorte. Eine kleine Holzbank auf einer Miniaturhalbinsel mit Blick auf das Meer. Hier habe ich auch meine ersten Seeadler entdeckt. Kormorane flattern auch oft vorbei.

Der Saltstraumen. Der stärkste Gezeitenstrom der Welt. Ich war hier schon einmal vor vielen Jahren. Zu dem Zeitpunkt war allerdings Niedrigwasser und es war weniger spektakulär als dieses mal. Dementsprechend ist es ratsam sich vorher zu erkundigen wann es sich lohnt den Strom zu besuchen. Mit dem Bus stellt sich die Frage nicht all zu sehr, da dieser nicht sehr oft fährt.

Zwei verschiedene Arten von Seeigeln habe ich dort auch entdeckt 🙂

Da freut sich das Geologentochterherz.

Manchmal muss man auch mal cool im Norwegerpulli in der Gegend herum stehen. Hier wieder mit Blick auf Bodø.

Jeder Tourist ist vermutlich erst mal begeistert von den Biernamen hier. Eisbär (Isbjørn), Nordlicht (Nordlys)…

Selfie im Schnee.

Die Mumins kommen aus Finnland, sind aber heir auch sehr stark vertreten. Und auch Reflektoren gibt es in allen Formen. Da wundert es nicht auch einen Muminsreflektor zu finden.

Die Einen feiern Ostern, die Anderen Ostara. Um den 21. März herum kommt die Freude auf, dass die Tage nun länger werden, als die Nächte.

Wieder mein kleiner Strand, dieses mal mit Schnee.

Ab Mitte April sinkt die Wahrscheinlichkeit Nordlichter zu sehen sehr stark, aus dem einfachen Grund, dass es Abends immer heller wird.

Mit den Hurtigruten ging es von Bodø nach Bergen. Als wir fast eine Stunde zu früh am am Anleger waren, allerdings nicht am richtigen Schiff, und dementsprechend fast unser teures Vergnügen verpassten, stieg mein Stresspegel doch kurz mal in die Höhe. Die Fähre hatte schon ihre Klappe hochgefahren und wir zwei standen nachts um 4 rufend und winkend am Kai. So etwas brauche ich nicht nochmal.

Für die 2,5 Tage mit Innenkabine zahlten wir jeder ungefähr 250 Euro – ohne Essen. Weswegen wir mehrere Kilo Verpflegung mit uns führten. Bananenbrot zum Beispiel.

Ganz kurz kam auch mal die Sonne heraus auf unserer Überfahrt.

Direkt beim ersten Frühstück (das war dann doch im Preis mit drin) lernen wir einen Chinesen kennen. Er, von uns chinese guy genannt, weil er uns nicht wirklich seinen echten, oder englischen Namen vermitteln konnte, brachte uns des öfteren unfreiwillig zum lachen.

Ich hatte starke Probleme mit der Klimaanlage auf dem Schiff (generell hasse ich Belüftungen), sodass meine Augen grundsätzlich tränten und ich dachte ich müsste sterben (leicht dramatisiert). Nachdem wir herausgefunden hatten, dass seine Klimaanlage aus zu stellen war, unsere aber nicht, sagte er „It´s just one more night stand“, womit er mir Mut machen wollte, dass ich nur noch eine Nacht durchzuhalten hätte. In seinem Akzent allerdings klang es nach „Es ist doch nur ein One-Night-Stand“. Eine Einladung in seiner Kabine die Nacht zu verbringen? Weil seine Belüftung auszuschalten war? Des weiteren erzählte er er sei Pilot (pilot), was auf englisch nur mit einem Ohr nach Pirat (pirate) klang. Ein chinesischer Pirat also. Wir versuchten uns im Chinesischen, und stellten fest, dass Deutsch und Chinesisch lustig zu kombinieren sind. Es gab noch einige weitere lustige Missverständnisse und Seltsames (z.B. rote Augentropfen in einem Mini-Flakon, die nach dem Eintropfen gut riechen und schmecken sollten – nein taten sie nicht).

Zusammenfassend möchte ich erwähnen, dass es sich meiner Meinung nach nicht wirklich lohnt 2,5 Tage auf den Hurtigruten zu verbringen. Wir hatten zwar keines der neuen Schiffe, aber trotzdem ist und bleibt es alles das Gleiche. Ein schwimmendes Hotel mit alten Leuten. Bei grauem Wetter hat man auch keine Aussicht. Wenn man Pech hat wird man seekrank, man vertrocknet aufgrund von Klimaanlagen…

In Bergen übernachteten wir bei einem britischen Ehepaar, welches wir über Couchsurfing gefunden hatten. Beide waren Ökologen und sehr lustig. Wir hatten ein eigenes Zimmer mit Blick auf den Fjord. Bis wir das Haus allerdings gefunden hatten, brauchte es eine Weile. Kaum angekommen, gingen wir mit unserem Gastgeber los, um brütende Graureiher zu beobachten.

Abends bekamen wir einen warmen Eintopf und freuten uns auf ein normales, nicht schwankendes Bett. Generell waren wir ein bisschen wackelig auf den Beinen.

Am nächsten Tag erkundeten wir die Stadt und trafen den Chinesen wieder. Wir entschieden uns gegen die Bergenbahn, und liefen den Berg einfach hinauf. Von oben konnte man die Stadt gut überblicken und fand einen Troll vor. 🙂

Während unseres Auf- und Absteigens konnten wir die Jahreszeiten innerhalb von einiges Stunden alle durch machen. Sonne-Regen-Graupel- Schnee-Sturm….

In der Stadt traf ich außerdem einen alten Bekannten wieder. Den Elchkopf. Bei meinem ersten Treffen mit ihm war ich ca. 12 Jahre alt und trug Schlaghosen.

Irgendwie…musste ich diese zwei Bilder zusammen bringen. Wer es nicht erkennt…auf dem Friseurschild das ist Trump.

So viele haarige Gedanken, da entschied ich mich dann nochmal zum Rasierer zu greifen. Das war sicher auch ein Highlight für unsere Gastgeber. Julia durfte dann auch das erste mal in ihrem Leben Haare schneiden.

Während ich in Bergen noch auf einem scheinbar lebenden Bronzehirsch ritt…

…fanden wir bei Lillehammer dann diesen Gesellen vor.

Wir fuhren mit der Bahn, da wir uns ein Interrailticket besorgt hatten. Dabei machten wir auch Stopp in Oslo und besuchten Freunde meines Vaters. Wir bekamen Rømmegrøtt gekocht und fühlten uns pudelwohl. Nach einer Nacht ging es dann allerdings schon weiter.

Auch über Couchsurfing hatte ich einen Gastgeber bei Lillehammer ausfindig gemacht, der uns sogar vom Bahnhof abholte. Der Kerl war lustig. Seeeeehr redseelig und ein wahrer Wirbelwind (untertrieben). Als er uns dann zu seinem Haus fuhr, dass dann einsam so da stand, kaum was herum, dachte ich „okay, das ist jetzt entweder total idyllisch, oder total gruselig“. Es war beides.
Das Haus war ein Traum. Nach diesem Aufenthalt weiß ich, dass ich später unbedingt in einem Holzhaus dieser Art wohnen will. Das Wetter war großartig und wir lernten die Hunde des Nachbarn kennen, welcher Schafe hielt. Der eine Hund war ein Elchhund, speziell für die Jagt gezüchtet und die zwei anderen waren für die Schafe zuständig.

Wir schliefen im ehemaligen Kinderzimmer und wurden herzlichst gebeten uns wie Zuhause zu fühlen. Das gelang ganz gut. Unser Gastgeber musste dann auch wieder zur Arbeit und wir kochten und backten rund um die Uhr und genossen die Sonne auf der Holzterrasse.

Am nächsten Tag wachten wir auf und konnten es fast nicht glauben. Winterwunderland. Eben noch im T-shirt, jetzt wieder in der dicken Winterjacke.

Das großartige Haus 🙂

Bei einem kleinen Spaziergang wurden wir von einem äußerst lustigen Geräusch verwirrt. Der Specht klopfte immer auf ein Metall, was dann erst mal laut schepperte.

Mein Highlight der Reise.

Das ist „Diesel“. Sie läuft einem hinterher 🙂

Am letzten Morgen durfte ich auch nochmal in den Stall und lernte den Nachbar kennen, der mir direkt anbot wenn ich mal wieder in der Gegend wäre seine Hütten in den Bergen zu benutzen. Ich durfte Diesel zwei Flaschen Milch geben und war ganz selig.

Unser letzter Stopp war in Trondheim, wo wir in einem Studentenwohnheim die Zimmer der ausgeflogenen Freunde von Julia benutzen durften.

Spitz zulaufende Fäustlinge sind übrigens der neuste Schrei. Auch für Babyhände.

Irgendwie fand ich das Bild dieses Mannes mit dieser Beschriftung unter sich amüsant.

Wahrscheinlich so das Bekannteste an Trondheim – neben dem Pizzatower (wie der Berliner Fernsehturm mit einer sich drehenden Pizzeria in diesem)

Rückweg „nach Hause“.


…aus meinem Fenster 🙂

In zwei Stunden muss ich nun auch los, wieder zu den Hurtigruten.
Mit dem Marine Biologie Kurs geht es dann für eine Woche auf die Lofoten.

eure Sinje

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